Eine bewegte Geschichte

Die Riehler Schule

Mit Beginn der Schulpflicht im Jahre 1825 war es Aufgabe der Gemeinde, eine Bekenntnisschule zu unterhalten. Riehl wurde mit Niehl, Nippes und Mauenheim zu einem Schulverband zusammengefasst. Die erste Schule war in Niehl, in einem Saal in dem der Küster als Lehrer fungierte. 1838 trennten sich die Gemeinden Riehl, Mauenheim/Nippes von Niehl und errichteten am Beuelsweg ebenfalls in einem Saal eine bescheidene Schule. Hier gab es dann mit Jakob Görres auch schon einen am katholischen Lehrerseminar in Brühl ausgebildeten Lehrer.

Das erste Riehler Schulhaus steht in Nippes

Um 1850 trennten sich Riehl/Nippes von Mauenheim und von staatswegen wurde dann 1853 das erste Schulhaus der katholischen Schule an der Ecke Neußerstraße/Gellertstraße gebaut. Hier setzen wir unser erstes Gedenken: 150 Jahre erstes Schulhaus der Schulgemeinde Riehl/Nippes. Über diesem ersten Schulhaus lag ein unglücklicher Stern: bereits nach sechs Jahren musste es abgerissen werden, weil sich so große Risse zeigten, dass der Bau einsturzgefährdet war. Auch zur damaligen Zeit ein Skandal, war die Schule doch nach Plan und unter Aufsicht königlicher Beamter gebaut und vielfach „geflickt“ worden.

Riehl bekommt eine Katholische Schule und den ersten eigenen Lehrer

Der zweite Anlass für das Schuljubiläum tritt vor 135 Jahren ein. 1870 erhielt Riehl seine erste katholische Schule. Zwar war auch diese Schule an der Riehler Straße/Boltensternstraße ein Notbehelf in einem Saal, aber Riehl bekam mit Peter Sülzen den ersten eigenen Lehrer. Er wurde auch der erste Rektor und erlebte schließlich den Bau der heutigen Schule Garthestraße.

Vor 125 Jahren – genau 124 Jahren – beschloss die kleine Gemeinde Riehl den Bau eines ordnungsgemäßen Schulgebäudes. Infolge von Geldmangel zog sich der Bau dieser Schule an der Ecke Stammheimer Straße/Riehler Gürtel aber bis 1887 hin. Schließlich konnten nach sieben Jahren Bauzeit zwei Klassenräume genutzt und die zwei einfachen Dienstwohnungen für den Lehrer Sülzen und die erste Lehrerin Fräulein Schönenberg bezogen werden. Erst später wurde die Schule aufgestockt, so dass vier Klassenräume entstanden. Nach 1925 erfolgte dann eine weitere Aufstockung in deren Folge dann sechs Klassenräume mit Nebenräumen zur Verfügung standen und die Wohnungen wegfielen.

Die Schule platzt aus allen Nähten

Bei dem stürmischen Wachstum Riehls, das 1888 nach Köln eingemeindet worden war, musste man vor ca. 100 Jahren ein weiteres Schulgebäude errichten und zwar in der Garthestraße. Hier entstand ein Schulhaus mit sechs Klassenräumen. Als die sechsklassige katholische Volksschule in Riehl 1903 in das neue Gebäude in der Garthestraße zog, beschloss der damalige Stadtschulrat Dr. Küpper in dem leerstehenden Gebäude eine evangelische Volksschule einzurichten.

Aber nach dem 1. Weltkrieg reichten die vorhandenen Räume in Folge der vielen Wohnungsneubauten nicht mehr aus. Gab es im Februar 1926 in Riehl noch 273 Schulkinder, so waren es im April 1926 bereits 439 und im Oktober 1929 1005 Schulkinder und zwar nur katholische. Bei Eröffnung der neuen Schule Garthestaße waren es bereits 1059 Schüler. Es mussten zusätzlich Baracken aufgebaut werden und zwar an der Esenbeckstraße / Brehmstraße und an der Barbarastraße, die später noch von der evangelischen Schule benutzt wurden bis sie 1943 in Folge des Krieges abbrannten.

Nach harten Kämpfen der Elternschaft, die die große Schulraumnot und die mangelnde Beschulung nicht länger hinnehmen wollten, wurde im Jahr 1930, also vor 75 Jahren, am 30. April das heutige Schulhaus in der Garthestraße eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. 
Lange Zeit galt die Schule als modernste Schule des Rheinlandes, verfügte sie doch über eine Aula, einen Frühstücksraum und neues Schulmobilar (Marke Casalla …!)in Form von Tischen und Stühlen.

Die Grundschulen bleiben in der Garthestraße

Im Laufe des 2. Weltkrieges wurde das Schulgebäude schließlich von der Wehrmacht beschlagnahmt, die dort eine Briefprüfstelle einrichtete. Am Ende des Krieges diente das Gebäude als Sammelstelle für ausländische Zwangsarbeiter und Lebensraum für russische Kriegsgefangene. Im Sommer 1945 konnten einige Räume wieder notdürftig für Unterricht benutzt werden. Andere Räume wurden für das Ernährungsamt und das Gesundheitsamt gebraucht.

1950 umfasste das Schulgebäude schließlich zwei kath. Systeme (eine Mädchen- und eine Jungenschule) mit zusammen 26 Klassen, eine Gemeinschaftsschule, ein Werklehrerseminar, ein Kindergärtnerinnenseminar mit angeschlossenem Hort und Kindergarten. Es dauerte bis zum April 1955 bis die Volksschule Garthestraße wieder voll repariert und renoviert war. In einem Festakt wurde das am 29. April 1955 gefeiert, also vor 50 Jahren.

1965 zog die Gemeinschaftsschule in die Stammheimer Straße um. Und einige Klassenräume mussten an die Berufs- und Handelsschule abgegeben werden. Wieder gab es Raumprobleme und über Wochen Elternproteste. Am 1.12.1966, dem Beginn des 2. Kurzschuljahres, wurde das 9. Schuljahr verpflichtend eingeführt. Am 1.8.1967 fand die Zusammenlegung der katholischen Jungen- und Mädchensysteme statt.

Mit der Aufteilung der Volksschulen in Grund- und Hauptschulen verblieben in der Garthestraße die Grundschulkinder. Seit dieser Zeit werden hier in zwei Schulsystemen Riehler Grundschulkinder unterrichtet.

Zwei Schulen in einem Haus

Sind heute im Schulgebäude Garthestraße mit der katholischen Grundschule (Otfried-Preußler-Schule) und der Gemeinschaftsgrundschule auch zwei unabhängige Grundschulen in einem Gebäude untergebracht, so blicken beide Schulen doch auf eine bewegte Geschichte zurück und sind aus der gleichen Wurzel entstanden.

In der Zeit vom 25.4. – 30.4. 2005 haben die Kinder, Eltern und Lehrerinnen beider Schulen mit allen Riehlern das Schuljubiläum gefeiert. Hierzu fanden verschiedene Veranstaltungen statt, die samstags in einem großen Schulfest ihren Höhepunkt fanden.

Genaueres über die bewegte Geschichte der Schule berichtet die Chronik der KGS Garthestraße.